Es beginnt mit einem diffusen Gefühl: Kommentare wirken austauschbar, Diskussionen laufen nach denselben Mustern, alles klingt irgendwie gleich. Die sogenannte „Dead Internet Theory“ liefert dafür eine radikale Erklärung – ein Internet, das längst von Bots, KI-Inhalten und algorithmischer Steuerung geprägt ist. Doch stimmt das wirklich? Diese Folge trennt zwischen Mythos und messbarer Realität: automatisierter Traffic, Social Bots, synthetische Influencer – und ein oft übersehener Faktor, der alles verstärkt. Denn nicht nur Maschinen verändern das Netz, sondern auch wir selbst passen uns Plattformlogiken an. Am Ende geht es um eine Wahrnehmungskrise: Warum sich das Internet heute weniger lebendig anfühlt – und was das über unsere digitale Wirklichkeit sagt.
Ali Hackalife ist dabei – und damit beginnt das Gespräch direkt an der richtigen Stelle. Eigentlich wollten wir etwas völlig anderes aufnehmen, stattdessen reden wir über das, was gerade da ist. Es geht um eine Augen-OP und die Frage, wie sehr unser Alltag vom Sehen bestimmt ist – und wie sich dieser Alltag verändert, wenn man keine Farben sehen kann. Daraus entstehen Gespräche über Orientierung, Missverständnisse im Alltag und die oft erstaunlich unbeholfenen Reaktionen anderer Menschen.
Wir sprechen über Krankenhauslogik, absurde Entscheidungen von Patienten, Service-Erlebnisse zwischen Warteschleife und Realität und darüber, wie wenig selbstverständlich viele Dinge sind, die wir für normal halten. Dazu kommt ein Blick auf Journalismus, Interviews, Vorbereitung und den Unterschied zwischen Anspruch und Praxis – inklusive Einblicken in Gespräche mit Politikern und der Frage, warum Nahbarkeit in der deutschen Politik unterschätzt wird.
Ein größerer Block dreht sich um Museen: Was passiert, wenn Ausstellungen anfangen, ihre Besucher erziehen zu wollen? Wann verlieren Objekte ihre Wirkung? Und warum funktionieren echte Dinge oft besser als jede noch so gut gemeinte Interaktivität? Von dort geht es weiter zu Frühmenschen, Mammuts und der Faszination für eine Zeit, über die wir fast nichts wissen – außer dass sie uns mehr geprägt hat als alles, was danach kam.
Und irgendwo dazwischen entsteht die Idee, nachts in einem Museum zu sitzen und einfach zu erzählen.
In dieser Folge:
– Leben mit Sehbehinderung: Alltag, Ampeln und Kommunikation
– Krankenhaus, OP und Entscheidungslogik von Patienten
– Journalismus: Vorbereitung, Interviews und Realität
– Politik: Gespräche, Zugänglichkeit und Perspektiven
Tartaria ist eine relativ neue Verschwörungserzählung aus dem Internet. Sie behauptet, ein technologisch überlegenes Weltreich sei im 19. Jahrhundert verschwunden – ausgelöscht durch eine „Schlammflut“ und anschließend aus der Geschichte getilgt. Im Gespräch geht es um Ursprung, Logik und Abgründe dieses Mythos.
Was ist die Tartaria-Verschwörung? Hinter Begriffen wie „Tartarian Empire“ oder „Mud Flood“ steckt eine pseudohistorische Theorie, die seit einigen Jahren vor allem auf YouTube und in sozialen Netzwerken verbreitet wird. Anhänger behaupten, bis ins 19. Jahrhundert habe ein technologisch hochentwickeltes Weltreich namens Tartaria existiert – dessen Geschichte später bewusst aus Archiven und Geschichtsbüchern gelöscht worden sei. Historiker sehen darin jedoch eine moderne Verschwörungserzählung, die aus missverstandenen alten Karten, Architektur-Mythen und pseudowissenschaftlichen Theorien entstanden ist.
In dieser Folge spreche ich mit Patrick Frajtag darüber, woher diese Idee kommt, warum sie sich im Internet so schnell verbreitet hat und welche ideologischen Motive teilweise dahinterstehen.
Themen der Folge
Was genau behauptet die Tartaria-Verschwörung?
Warum taucht „Tartary“ auf alten Karten auf?
Die Mud-Flood-Theorie: eine globale Schlammflut
Warum historische Stadtfotos oft menschenleer wirken
Architektur-Mythen über Gründerzeit, Jugendstil und Art déco
Warum im 19. Jahrhundert so schnell gebaut wurde
Woher die Theorie ursprünglich kommt
Verbindungen zu russischer Pseudogeschichte und Esoterik
Antisemitische und rassistische Narrative in Teilen der Szene
Warum solche Mythen im Internet so erfolgreich sind
Zuschauerhinweise:
Das ikonische Bild der Arbeiter auf dem Stahlträger zeigt nicht Arbeiten am Empire State , sondern am Comcast Building und war gestellt für eine PR Aktion.
Kasparow ist Oppositioneller und sehr engagiert im Kampf gegen Putin und seinen Machtapparat. Karpow ist Abgeordneter für Putins Partei. Schließt ja nicht aus, dass Kasparow trotzdem auch merkwürdig Sachen glauben kann.
Als Fachidiot: Einmal sagt ihr statt Gebiet der USA oder USA „Nordamerika“ als es darum ging, dass es vor den Europäern da keine Städte gab (vermutlich einfach intuitiv um nicht immer das selbe Wort zu sagen) das ist dann aber so nicht mehr richtig. México liegt auch in Nordamerika und Tenochtitlán hat vor der Ankunft der Europäer je nach Schätzung zwischen 200k und 400k Einwohner, womit es entweder gleichauf mit oder größer als Paris zum gleichen Zeitpunkt und damit auch nach heutiger Definition noch groß genug für eine Stadt ist. Für die USA könnte man dann höchstens noch über Cahokia und die Mississippi-Kultur reden, da sind wir so bei 20k Einwohnern. Da wäre der Begriff „Stadt“ diskutabel aber die kennt, außerhalb der Blase, selbst in den USA niemand
Bevor es losgeht: In dieser Folge geht es um Suizid und Suizidalität. Wenn dich das Thema gerade selbst betrifft: Hol dir bitte Unterstützung. In Deutschland erreichst du die TelefonSeelsorge unter 116 123, in akuten Notfällen auch 112. In Österreich ist die Telefonseelsorge unter 142 da.
Ich spreche mit Karoline Paschos, Tierärztin für Kleintiere aus Wien, über ein Thema, über das viel zu selten offen geredet wird: Suizidrisiko in der Tiermedizin. Wir schauen auf Belastungsfaktoren wie Perfektionismus, Verantwortung, Kundendruck, Social-Media-Dynamiken und den besonderen Umgang mit Tierleid. Außerdem geht es um Hilfsangebote für Tierärzte und Teams, konkrete Wege der Entlastung und darum, was Tierhalter im Alltag beitragen können.
Vorab: Heute ist das ein Gastbeitrag – ein kommentierendes Meinungsstück eines Kollegen (erste Folge in diesem Format).
In dieser Episode nimmt Van Henyo vier Tucker-Carlson-Videos unter die Lupe und fasst sie kompakt zusammen – mit Kommentar, Einordnung und Zuspitzung. Es geht um ein Interview mit Mike Huckabee und den Komplex Israel/USA, um „Globalisten“-Narrative rund um Krebsraten und Agrarbusiness, um ein Gespräch mit Clayton Morris über eine angebliche „Israel-Agenda“ sowie um Catherine Fitz/Fitts und ein komplettes Verschwörungs-Ökosystem aus „Control Grid“, Black Budget, Banken, Rothschild-Erzählungen und Kulturkampf. Die Videos werden entlang ihrer Kernaussagen, Muster und rhetorischen Tricks analysiert – ohne Anspruch auf Vollwiderlegung jeder einzelnen These.
YouTube-Links (die in der Folge besprochenen Videos)
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